Willkommen

Der Kinderladen Thedestraße e.V.

Im Kinderladen Thedestraße in Altona werden seit 1991 Kinder ganztägig betreut. Unsere Arbeit basiert auf dem grundlegenden Recht der Kinder auf Bildung. Dabei stehen die Selbstbildungsprozesse der Kinder im Vordergrund. Wir beziehen die Kinder aktiv in die Gestaltung und Auswahl der Angebote im Kinderladen ein.

Wir sind ein von Eltern gegründeter, gemeinnütziger Verein und gehören dem sozialen und alternativen Wohlfahrtsverband SOAL an. Diese organisatorische Ausrichtung eröffnet Müttern und Vätern weitreichende Gestaltungsmöglichkeiten. Die Chance auf Nähe zum eigenen Kind und Partizipation am Entwicklungsprozess des Kinderladens erfordert jedoch das Engagement und Interesse der Eltern. Beispielsweise werden alle wesentlichen Entscheidungen basisdemokratisch in den Vereinsgremien getroffen, zu denen ErzieherInnen und Eltern gehören. Damit unterscheidet sich der Kinderladen von anderen Betreuungseinrichtungen und funktioniert nach dem Prinzip, dass alle Eltern kontinuierlich im Verein mitarbeiten. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und ein zugewandtes Miteinander zwischen ErzieherInnen, MitarbeiterInnen, Eltern und Kindern bilden das Fundament des Kinderladens.

Durchschnittlich besuchen dreißig Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren den Kinderladen. Es gibt eine Krippen- und eine Elementargruppe mit je einer Erzieherin und einem Erzieher und eine Leitungskraft. Außerdem arbeiten nach Möglichkeit eine Kitahelferin, FSJ-Kräfte sowie Prakti- kantInnen im Kinderladen mit.

Wir achten auf eine möglichst ausgewogene Geschlechter- und Altersmischung der Gruppen und berücksichtigen bei der Aufnahme von Kindern – neben Geschwisterkindern – vorrangig Kinder aus der unmittelbaren Umgebung des Kinderladens.

Was uns pädagogisch wichtig ist…

Seit Oktober 2009 sind wir nach dem SOAL Qualitätsentwicklungsverfahren zertifiziert, dem ein spezifisches Bildungsverständnis zu Grunde liegt: Kinder haben ein Grundrecht auf Bildung.

Bildung als Selbstbildungsprozess

Wir verstehen Kinder nicht als Empfänger vorgegebener Bildungsinhalte, sondern wollen ihre Selbstbildungsprozesse individuell unterstützen. Deshalb sehen wir die Aufgabe der ErzieherInnen bis in den Vorschulbereich hinein vorrangig im wahrnehmenden Beobachten, im Erkennen von situationsbezogenen Lernbedürfnissen und in der Gestaltung einer passenden pädagogischen Umgebung mit gemeinsam entwickelten Angeboten. Die Kinder entscheiden dann selbst, welchem Thema sie sich widmen wollen. Ihre Selbstbildungsprozesse benötigen viel Zeit. Der Alltag im Kinderladen ist daher nur durch wenige Fixpunkte gegliedert (Morgenkreis, Kinderbesprechung, Essenszeiten). Die Teilnahme an den wöchentlichen Angeboten Musik, Schwimmen und Turnen ist ebenso freiwillig wie die Teilnahme an „Exkursionen“.

Die ErzieherInnen agieren für die Kinder als begleitende Beobachter und feste Bezugspersonen. Im Dialog werden die Kinder zurückhaltend und altersgerecht angeregt, Neues auszuprobieren. Kontinuität im Alltag ermöglicht es den Kindern, ihre Entwicklung in vertrauter Umgebung im eigenen Tempo zu erfahren.

Selbstkompetenz entwickeln und stärken

Besonderen Wert legen wir darauf, die Kinder zu größtmöglicher Selbstständigkeit zu erziehen – nicht zuletzt deshalb, weil hierin ein wichtiger Schlüssel zu Selbstbestimmung und Selbstbildung liegt. Den Kindern wird im Kinderladen wenig abgenommen. Bereits im Krippenalter beginnen sie beispielsweise, sich selbst anzukleiden und ihr Frühstücksbrot zu schmieren. Auch übernehmen sie Tätigkeiten, etwa beim Tischdienst.

Beide Gruppen führen außerdem jährlich eine mehrtägige Gruppenreise durch und übernachten etwa zwei Mal pro Jahr im Kindergarten. Diese Unternehmungen stärken das Zugehörigkeitsgefühl innerhalb der Gruppen. Es ist wichtig, dass möglichst alle Kinder daran teilnehmen. Viele Jahre Erfahrung mit diesem Angebot zeigen dies.

Die Entwicklung der Kinder wird von den ErzieherInnen dokumentiert und in regelmäßigen Gesprächen mit den Eltern erörtert.

Soziale Kompetenzen fördern

Demokratisches Miteinander und gegenseitiger Respekt sind wesentliche Ziele unserer Erziehungsarbeit. Wir unterstützen die Kinder dabei, Konflikte gewaltfrei und konstruktiv lösen zu lernen. Die notwendigen Regeln entwickeln wir, wo immer es geht, gemeinsam mit ihnen. Einen Raum dafür bieten die täglichen Kinderbesprechungen. Hier werden Probleme thematisiert, Lösungen angebahnt und Fortschritte gewürdigt. Eine wichtige Folge ist die Wertschätzung der Gruppe und ihrer Interessen durch alle Beteiligten.

Problematischen Entwicklungen entgegenwirken

Ein weiteres Bestreben des Kinderladens ist es, problematischen gesellschaftlichen Entwicklungen entgegenzuwirken. So begegnen wir den nach wie vor einseitigen Geschlechter-Rollenbildern u.a. durch das Prinzip der gemischtgeschlechtlichen ErzieherInnenteams.

Außerdem bemühen wir uns um einen kritischen und reflektierten Umgang mit diskriminierenden Stereotypisierungen, die sich auch im kindlichen Spiel widerspiegeln können. Und schließlich fühlen wir uns in der Gestaltung des pädagogischen (und allgemeinen) Alltags im Kinderladen der Nachhaltigkeit als Grundsatz im Umgang mit natürlichen Ressourcen verpflichtet.

Was uns außerdem am Herzen liegt…

Der Kinderladen Thedestraße ist nicht nur für die Kinder ein Lebensmittelpunkt. Als Arbeitsplatz ist er es auch für die Erzieherinnen, Erzieher und anderen MitarbeiterInnen. Regelmäßige Teambesprechungen und Teamtage, Runde Tische mit der Elternschaft und Supervision sollen deshalb helfen, eine konstruktive und kreative Arbeitsatmosphäre zu gewährleisten und eine Wertschätzung der Arbeit aller durch alle zu fördern. Regelmäßige Fortbildungen tragen außerdem zur Weiterentwicklung unserer Arbeit bei.

Konzept des Kinderladen Thedestraße e.V. Stand 11-2012


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